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Welpen und Junghunde barfen: Der Guide für die Fütterung und Rohfütterung von Welpen und Junghunden

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Stell dir vor, du hältst zum ersten Mal deinen Welpen im Arm – ein kleines, weiches Bündel voller Energie und Vertrauen. In diesem Moment wird dir klar: Du trägst jetzt die Verantwortung für seine Gesundheit, sein Wachstum und sein gesamtes Leben. Eine der wichtigsten Entscheidungen, die du in den kommenden Wochen treffen wirst, betrifft seine Ernährung. Immer mehr Hundehalter entscheiden sich für das Barfen bei Welpen – die biologisch artgerechte Rohfütterung, die deinem jungen Hund von Anfang an eine natürliche, nährstoffreiche Basis bietet. Doch gerade bei Welpen und Junghunden im Wachstum ist Vorsicht geboten: Fehler in der Nährstoffversorgung können langfristige Folgen für Knochen, Gelenke und die gesamte Entwicklung haben.

Dieser Guide zeigt dir Schritt für Schritt, wie du das Barfen bei Welpen sicher und verantwortungsvoll umsetzt – von den ersten Wochen bis zum ausgewachsenen Junghund. Du erfährst, welche Zutaten sich eignen, wie du die Futtermenge genau berechnest und worauf du bei der Umstellung achten musst. Dabei bleiben wir sachlich, praxisnah und wissenschaftlich fundiert, damit du deinem Welpen den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichst.

Wenn du dir vor dem Start erst einmal einen Überblick verschaffen willst, findest du in den Grundlagen zum Barfen die wichtigsten Prinzipien und Basics kompakt erklärt.

Wichtige Aspekte des Artikels Welpen barfen:

  • Start ab Woche 5: Welpen können bereits ab der fünften Lebenswoche mit BARF-Zufütterung beginnen, wobei die Umstellung schrittweise über etwa 14 Tage erfolgen sollte.
  • Präzise Futtermenge: Welpen benötigen täglich 4–7 % ihres aktuellen Körpergewichts, wobei 6 % bis zum sechsten Monat ein guter Richtwert ist – wöchentliches Wiegen ist Pflicht.
  • Ausgewogene Zusammensetzung: Die ideale BARF-Ration für Welpen besteht aus 50 % Muskelfleisch, 20 % Pansen, 15 % Innereien und 15–20 % Knorpel/Knochen, mit einem Fettgehalt von mindestens 15–20 %.
  • Calcium-Balance entscheidend: Falsche Nährstoffversorgung kann bleibende Schäden an Knochen und Gelenken verursachen – präzise Berechnung und angepasste Calciumquellen sind bei Welpen unverzichtbar.
  • Schrittweise Einführung: Beginne mit 1–2 Fleischsorten und wechsle wöchentlich, um das Immunsystem und die Verdauung nicht zu überfordern; harte Knochen sind für Milchzähne ungeeignet.

Warum die Barf-Fütterung so gut für Welpen ist

Die biologisch artgerechte Rohfütterung – kurz BARF – orientiert sich an der natürlichen Ernährung von Hunden und ihren wilden Vorfahren. Während Fertigfutter oft hochverarbeitete Zutaten, künstliche Zusatzstoffe und Füllstoffe enthält, setzt BARF auf frisches, rohes Fleisch, Innereien, Knochen und pflanzliche Komponenten. Für Welpen bedeutet das: Du weißt genau, was im Napf landet – keine versteckten Inhaltsstoffe, keine unklaren Deklarationen.

Ein entscheidender Vorteil liegt in der Entwicklung des Immunsystems. Welpen, die von Anfang an mit natürlichen, unverarbeiteten Zutaten gefüttert werden, trainieren ihr Verdauungssystem und ihre Abwehrkräfte auf vielfältige Weise. Die natürliche Zusammensetzung von rohem Fleisch, Enzymen und Nährstoffen unterstützt die Darmflora – und ein gesunder Darm ist die Basis für ein starkes Immunsystem.[7]

Darüber hinaus fördert BARF die gesunde Entwicklung von Zähnen und Knochen. Weiche Knorpel und fleischige Knochen (in angepasster Form für Welpen) regen zum Kauen an, stärken die Kiefermuskulatur und unterstützen den Zahnwechsel. Gleichzeitig liefert eine ausgewogene BARF-Ration alle essenziellen und wichtigen Nährstoffe, die dein Vierbeiner für sein rasantes Wachstum benötigt – vorausgesetzt, du berechnest und planst die Mahlzeiten sorgfältig.

Obwohl die Theorie oft klar scheint, bleibt beim Barfen bei Welpen oft ein Rest Unsicherheit, ob die Nährstoffversorgung wirklich lückenlos ist. Wer hier eine strukturierte Online Hilfe sucht, sollte sich den BARF Online-Kurs 2.0 der Dogtisch Academy ansehen. Unter der Leitung einer erfahrenen Ernährungsberaterin bietet der Kurs ein spezielles Bonus-Modul für Welpen an, das Schritt für Schritt durch die kritische Wachstumsphase führt. Ein klarer Vorteil ist der lebenslange Zugriff auf die Inhalte und der Austausch im internen Forum, falls doch einmal Fragen zur Berechnung auftauchen. Zu beachten ist jedoch, dass der Kurs zwar fundiertes Wissen vermittelt, aber – wie bei allen Online-Formaten – eine gewisse Selbstdisziplin beim Durcharbeiten der Module erfordert und keine tierärztliche Beratung ersetzt. Für Halter, die die Sicherheit einer Experten-Anleitung suchen, ist dies eine empfehlenswerte Option.

💡 Wichtig: BARF ist kein Allheilmittel und erfordert Wissen und Verantwortung. Wenn du unsicher bist, hole dir Unterstützung durch einen auf Ernährung spezialisierten Tierarzt oder eine zertifizierte Ernährungsberatung für Hunde.

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Ab wann du mit dem Barfen von Welpen starten kannst

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt beschäftigt viele frischgebackene Welpenbesitzer. Die gute Nachricht: Welpen können bereits ab der fünften Lebenswoche mit BARF-Zufütterung beginnen, während sie noch bei der Mutter Milch trinken. In dieser Phase bieten viele verantwortungsvolle Züchter bereits weiche, leicht verdauliche Fleischportionen an, um die Kleinen sanft an feste Nahrung zu gewöhnen.

Ab der vierten bis fünften Woche beginnt die sogenannte Beikostphase: Die Welpen zeigen zunehmend Interesse an der Nahrung der Mutter und sind bereit, erste Schritte in Richtung feste Kost zu machen. Zu diesem Zeitpunkt kannst du mit fein gewolftem oder geschabtem Rindfleisch starten – am besten in kleinen Mengen und mehrmals täglich. Die Konsistenz sollte weich und leicht zu schlucken sein, damit die noch empfindliche Verdauung nicht überfordert wird.

Wenn du deinen Welpen mit etwa acht Wochen vom Züchter übernimmst, frag unbedingt nach, welche Fütterung er bereits gewohnt ist. Manche Züchter barfen bereits, andere füttern Welpenfutter. Falls dein Welpe bisher konventionelles Futter bekommen hat, ist eine schrittweise Umstellung auf BARF der sicherste Weg – dazu gleich mehr im nächsten Abschnitt.

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Der perfekte Zeitpunkt (Lebenswoche)im Überblick:

  • Woche 4–5: Erste weiche Fleischportionen als Beikost neben Muttermilch
  • Woche 5–8: Schrittweise Erhöhung der BARF-Menge, Muttermilch wird weniger
  • Ab Woche 8: Vollständige Umstellung auf BARF möglich (wenn vom Züchter vorbereitet) oder Beginn der Umstellung von Fertigfutter auf BARF

Die Umstellung auf BARF: So gewöhnst du deinen Welpen sanft um

Wenn dein Welpe bisher mit Fertigfutter gefüttert wurde, solltest du die Umstellung auf BARF nicht von heute auf morgen durchführen. Das Verdauungssystem junger Hunde ist noch in der Entwicklung und reagiert empfindlich auf abrupte Futterwechsel. Eine schrittweise Umstellung über etwa 14 Tage gibt dem Darm Zeit, sich an die neue Nahrung anzupassen und verhindert Durchfall, Erbrechen oder Unwohlsein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Umstellung:

Tage 1–3: Ersetze 10–20 % der bisherigen Futterration durch fein gewolftes oder geschabtes BARF-Rindfleisch. Füge ein paar Tropfen hochwertiges Öl (z. B. Lachsöl) hinzu, um die Akzeptanz zu erhöhen.[3] Beobachte deinen Welpen genau: Frisst er gut? Ist der Kot normal?

Tage 4–7: Erhöhe den BARF-Anteil auf 30–50 %. Du kannst jetzt auch eine zweite Fleischsorte (z. B. Geflügel) einführen, allerdings nur, wenn die erste Sorte gut vertragen wurde. Füge kleine Mengen püriertes Gemüse hinzu (z. B. Karotte oder Zucchini).

Tage 8–11: Der BARF-Anteil steigt auf 70–80 %. Jetzt kannst du auch erste Innereien in winzigen Mengen ergänzen – zum Beispiel ein kleines Stück Leber. Innereien sind sehr nährstoffreich und sollten langsam eingeführt werden, um Durchfall zu vermeiden.

Tage 12–14: Vollständige Umstellung auf 100 % BARF. Dein Welpe erhält jetzt seine komplette Tagesration aus rohem Fleisch, Innereien, weichem Knorpel und pflanzlichen Komponenten.

⚠️ Wichtig während der Umstellung:

  • Füttere niemals rohes Schweinefleisch – es kann das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus enthalten.
  • Taue gefrorenes Fleisch immer vollständig auf, bevor du es fütterst.
  • Achte auf Hygiene: Verwende separate Schneidebretter und Messer für rohes Fleisch und reinige alle Utensilien gründlich.
  • Wenn dein Welpe Durchfall oder Erbrechen zeigt, verlangsame die Umstellung und bleibe ein paar Tage länger bei der aktuellen Mischung.

Wenn es während der Umstellung zu weichem Kot kommt, hilft dir die BARF-Diät bei Durchfall mit konkreten, schonenden Maßnahmen für den Magen-Darm-Trakt.

Ist das Barfen deines Welpen schädlich?

Diese Frage hören wir oft – und sie ist berechtigt. Im Internet und in Hundeforen kursieren viele Mythen rund um das Barfen bei Welpen: von angeblichen Mangelerscheinungen über Infektionsrisiken bis hin zu Wachstumsstörungen. Doch was stimmt wirklich?

Die Wahrheit ist: BARF ist weder per se schädlich noch per se perfekt. Entscheidend ist, wie du es umsetzt. Wenn du die Rationen sorgfältig planst, alle Nährstoffe in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis zuführst und auf Qualität und Hygiene achtest, ist BARF eine hervorragende Ernährungsform für Welpen. Wenn du jedoch einfach „irgendwie“ rohes Fleisch fütterst, ohne die speziellen Bedürfnisse deines wachsenden Welpen zu berücksichtigen, können tatsächlich Probleme entstehen.

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Die häufigsten Risiken – und wie du sie vermeidest:

  • 1. Calcium-Phosphor-Ungleichgewicht: Welpen im Wachstum benötigen ein präzises Verhältnis von Calcium zu Phosphor (idealerweise etwa 1,2:1 bis 1,5:1), um gesunde Knochen und Gelenke zu entwickeln. Zu viel oder zu wenig Calcium kann zu Skelettdeformationen, Wachstumsstörungen und Gelenkproblemen führen. Lösung: Verwende geeignete Calciumquellen (z. B. weiche Knorpel, spezielle Calciumpräparate) und berechne die Mengen genau – am besten mit Unterstützung einer Ernährungsberatung.
  • 2. Mangelerscheinungen durch einseitige Fütterung: Wenn du nur Muskelfleisch fütterst und Innereien, Knochen oder pflanzliche Komponenten weglässt, fehlen wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Lösung: Halte dich an die empfohlenen BARF-Verhältnisse (siehe unten) und variiere die Fleischsorten und Innereien.
  • 3. Infektionsrisiken durch mangelnde Hygiene: Rohes Fleisch kann Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter enthalten. Lösung: Kaufe Fleisch nur von vertrauenswürdigen Quellen, lagere es kühl, taue es sicher auf und reinige alle Utensilien gründlich.[2][6]
  • 4. Verletzungen durch harte Knochen: Welpen haben zunächst Milchzähne, die weich und empfindlich sind. Harte Knochen oder Knochenfragmente können Zähne beschädigen oder zu Verstopfung führen.[2] Lösung: Verwende in den ersten Monaten keine harten Knochen, sondern weiche Knorpel oder Knochenmehl als Calciumquelle.

💡 Fazit: Barfen bei Welpen ist nicht schädlich, wenn du es richtig machst. Informiere dich gründlich, plane sorgfältig und scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dein Welpe wird es dir mit Gesundheit und Vitalität danken.

Futtermenge berechnen: So fütterst du Welpen und Junghunde richtig

Die richtige Futtermenge ist beim Barfen bei Welpen das A und O. Zu wenig Futter bedeutet Mangelernährung und verzögertes Wachstum, zu viel Futter kann zu Übergewicht und übermäßig schnellem Wachstum führen – beides schadet den Gelenken und Knochen deines Welpen.

Als Faustregel gilt: Welpen benötigen täglich 4–7 % ihres aktuellen Körpergewichts an Futter. Die genaue Menge hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Alter: Sehr junge Welpen (8–12 Wochen) benötigen eher 6–7 %, ältere Welpen (ab 6 Monate) eher 4–5 %.
  • Rasse und Größe: Große Rassen wachsen langsamer und länger als kleine Rassen – die Futtermenge muss entsprechend angepasst werden.
  • Aktivitätslevel: Ein sehr aktiver, verspielter Welpe verbrennt mehr Energie als ein ruhiger Welpe.
  • Individuelle Veranlagung: Manche Welpen verwerten Futter besser als andere.

Konkrete Richtwerte nach Alter:

Alter (Wochen)

Tägliche Futtermenge

Mahlzeiten pro Tag

8-16 Wochen

6–7 % des Körpergewichts

4-5

17-24 Wochen

5–6 % des Körpergewichts

3-4

25-34 Wochen

4–5 % des Körpergewichts

3

35-52 Wochen

3–4 % des Körpergewichts

2-3

Wenn du die Portionen noch genauer ableiten möchtest (inklusive praktischer Rechenbeispiele), schau dir den Ratgeber zur Fleischmenge pro Kilo an.

Beispielrechnung: Dein 10 Wochen alter Welpe wiegt 5 kg. Bei 6 % Körpergewicht benötigt er täglich 300 g Futter (5 kg × 0,06 = 0,3 kg). Diese Menge verteilst du auf 4–5 Mahlzeiten, also jeweils etwa 60–75 g pro Mahlzeit.

⚠️ Wöchentliches Wiegen ist Pflicht! Welpen wachsen schnell, und ihr Gewicht verändert sich wöchentlich. Nur wenn du regelmäßig wiegst, kannst du die Futtermenge präzise anpassen und Über- oder Unterversorgung vermeiden.

BARF Futtermenge Rechner für Welpen

🐕 BARF Futtermenge Rechner für Welpen

Berechne die tägliche Futtermenge für deinen Welpen

📊 Deine Ergebnisse

Tägliche Gesamtmenge:
Empfohlene Mahlzeiten pro Tag:
Menge pro Mahlzeit:

🥩 BARF-Zusammensetzung (täglich)

Muskelfleisch (50%):
Pansen/Blättermagen (20%):
Innereien (15%):
Knorpel/RFK (15%):
💡 Wichtiger Hinweis: Diese Werte sind Richtwerte. Wiege deinen Welpen wöchentlich und passe die Futtermenge an. Bei Unsicherheiten konsultiere einen auf Ernährung spezialisierten Tierarzt oder eine BARF-Beratung.

Besonderheiten beim Barfen von Welpen und Junghunden im Wachstum

Welpen und Junghunde befinden sich in einer intensiven Wachstumsphase, die besondere Anforderungen an die Ernährung stellt. Ihr Energiebedarf ist deutlich höher als bei erwachsenen Hunden – nicht nur, weil sie aktiver sind, sondern vor allem, weil ihr Körper gleichzeitig Muskeln, Knochen, Organe und Gewebe aufbaut.

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Energiebedarf: Während ein ausgewachsener Hund etwa 2–3 % seines Körpergewichts an Futter benötigt, brauchen Welpen das Doppelte oder sogar mehr. Dieser erhöhte Nährstoffbedarf für Welpen muss durch eine höhere Futtermenge und einen höheren Fettgehalt gedeckt werden. Ein Fettanteil von mindestens 15–20 % in der BARF-Ration ist für gesunde Welpen empfehlenswert.[7]

Calcium und Phosphor: Diese beiden Mineralstoffe spielen eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Skeletts. Ein Ungleichgewicht kann zu schwerwiegenden Problemen führen:

  • Zu viel Calcium: Kann das Wachstum stören, zu Skelettdeformationen führen und die Aufnahme anderer Mineralstoffe behindern.
  • Zu wenig Calcium: Führt zu weichen, instabilen Knochen (Rachitis) und erhöht das Risiko für Knochenbrüche.
  • Falsches Calcium-Phosphor-Verhältnis: Idealerweise sollte das Verhältnis bei etwa 1,2:1 bis 1,5:1 (Calcium zu Phosphor) liegen.

Da Welpen in den ersten Monaten noch Milchzähne haben und diese später durch bleibende Zähne ersetzt werden, sind harte Knochen ungeeignet. Stattdessen solltest du auf weiche Knorpel, fleischige Knochen (sehr weich) oder Knochenmehl als Calciumquelle setzen. Ab etwa dem sechsten Lebensmonat, wenn die bleibenden Zähne durchgebrochen sind, kannst du schrittweise festere Knochen einführen.

Proteinbedarf: Welpen benötigen hochwertige Proteine für den Muskelaufbau. Achte darauf, dass der Großteil des Proteins aus Muskelfleisch stammt, ergänzt durch Innereien wie Leber, Herz und Niere, die zusätzlich wichtige Vitamine und Mineralstoffe liefern.

Welche Zutaten sich beim Barfen für dein Tier eignen

Die Auswahl der richtigen Zutaten ist entscheidend für eine ausgewogene BARF-Mahlzeiten. Hier findest du eine Übersicht über geeignete Komponenten für das Barfen bei Welpen:

🥩 Fleischsorten

  • Rindfleisch: Ideal für den Einstieg ins Barfen, gut verträglich, nährstoffreich
  • Geflügel (Huhn, Pute): Mager, leicht verdaulich, gute Proteinquelle
  • Lamm: Fettreicher, gut für aktive Welpen, oft gut verträglich bei Allergien
  • Kaninchen, Wild: Magere Alternativen, hypoallergen
  • Fisch (Lachs, Makrele): 1–2× pro Woche, liefert Omega-3-Fettsäuren

⚠️ Niemals: Rohes Schweinefleisch (Aujeszky-Virus-Risiko)

🫀 Innereien (15 % der Gesamtration)

  • Leber: Sehr nährstoffreich (Vitamin A, Eisen), maximal 1–2× pro Woche in kleinen Mengen
  • Niere: Liefert B-Vitamine
  • Herz: Muskelgewebe, reich an Taurin
  • Milz: Eisenquelle

🦴 Knochen und Knorpel (15–20 % der Gesamtration)

  • Weiche Knorpel: Hühner- oder Putenhälse (weich gekocht für sehr junge Welpen)
  • Fleischige Knochen: Hühnerkarkassen, Kalbsbrustbein (erst ab 6 Monaten)
  • Knochenmehl: Als Alternative, wenn keine rohen Knochen gefüttert werden können

🥬 Gemüse und Obst (ca. 10–15 % der Gesamtration)

  • Karotten, Zucchini, Kürbis: Gut verträglich, ballaststoffreich
  • Brokkoli, Blumenkohl: In kleinen Mengen, gedämpft
  • Äpfel, Birnen, Beeren: Vitaminreich, in Maßen

⚠️ Giftig für Hunde: Zwiebeln, Knoblauch, Weintrauben, Rosinen, Avocado, rohe Kartoffeln

Wenn du wissen willst, wann und wie Kohlenhydrate beim Barfen sinnvoll sein können, findest du dort eine praxisnahe Einordnung inklusive typischer Beispiele.

🛢️ Öle und Zusätze

  • Lachsöl, Leinöl: Omega-3-Fettsäuren für Haut, Fell und Gehirnentwicklung
  • Seealgenmehl: Jodquelle
  • Grünlippmuschelpulver: Unterstützt Gelenke (ab 6 Monate)

Wichtig: Beginne mit 1–2 Fleischsorten und wechsle wöchentlich, damit sich das Immunsystem deines Welpen schrittweise an verschiedene Proteine gewöhnen kann. Erst nach einigen Wochen kannst du die Vielfalt erhöhen.

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Die richtige Fütterung von Junghunden nach der Welpenphase

Mit etwa 6–8 Monaten ist die intensivste Wachstumsphase vorbei, und dein Welpe wird zum Junghund. Jetzt verlangsamt sich das Wachstum, und die Ernährungsbedürfnisse verändern sich:

  • Futtermenge sinkt: Von 6 % auf etwa 4–5 % des Körpergewichts (ab 6 Monate), später auf 3–4 % (ab 9 Monate).
  • Mahlzeiten reduzieren: Statt 4–5 Mahlzeiten täglich reichen jetzt 2–3 Mahlzeiten.
  • Festere Knochen möglich: Mit vollständig durchgebrochenen bleibenden Zähnen kannst du jetzt auch festere fleischige Knochen anbieten.
  • Nährstoffanpassung: Der Calcium- und Energiebedarf sinkt leicht, bleibt aber höher als bei erwachsenen Hunden, bis das Wachstum vollständig abgeschlossen ist (je nach Rasse zwischen 12 und 24 Monaten).

Besonderheit bei großen Rassen: Große und Riesenrassen (z. B. Deutsche Dogge, Berner Sennenhund) wachsen langsamer und länger als kleine Rassen. Hier ist es besonders wichtig, das Wachstum nicht zu beschleunigen – ein zu schnelles Wachstum erhöht das Risiko für Gelenkprobleme wie Hüftdysplasie. Halte die Futtermenge moderat und vermeide Übergewicht.

Kleine Rassen: Kleine Hunde (z. B. Chihuahua, Yorkshire Terrier) sind oft schon mit 10–12 Monaten ausgewachsen und können früher auf die Erwachsenenfütterung umgestellt werden.

Praktische Tipps für das Barfen von Welpen im Alltag

Das Barfen bei Welpen muss nicht kompliziert sein. Mit ein wenig Planung und Organisation wird es schnell zur Routine:

🧊 Vorbereitung und Lagerung

  • Portionieren: Friere Fleisch in kleinen Portionen ein (z. B. in Eiswürfelbehältern oder kleinen Gefrierbeuteln), sodass du immer die passende Menge griffbereit hast.
  • Auftauen: Taue Fleisch über Nacht im Kühlschrank auf – niemals bei Raumtemperatur oder in der Mikrowelle.
  • Hygiene: Verwende separate Schneidebretter und Messer für rohes Fleisch. Reinige alle Utensilien und Näpfe sofort nach der Fütterung mit heißem Wasser und Spülmittel.

🍽️ Fütterungsroutine

  • Feste Zeiten: Füttere deinen Welpen zu festen Zeiten, um eine Routine zu etablieren und die Verdauung zu unterstützen.
  • Ruhephasen: Gib deinem Welpen nach der Fütterung mindestens 1–2 Stunden Ruhe, um das Risiko einer Magendrehung zu minimieren (besonders bei großen Rassen).
  • Frisches Wasser: Stelle immer frisches Wasser bereit – besonders bei Rohfütterung ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.

📝 Dokumentation

  • Ernährungstagebuch: Notiere, welche Fleischsorten und Zutaten du fütterst, wie dein Welpe reagiert (Kotbeschaffenheit, Energie, Fell) und wie sich sein Gewicht entwickelt.
  • Wöchentliches Wiegen: Wiege deinen Welpen immer zur gleichen Tageszeit und passe die Futtermenge entsprechend an.

🛒 Einkauf und Qualität

  • Vertrauenswürdige Quellen: Kaufe Fleisch nur von Metzgern oder BARF-Shops, die Lebensmittelqualität garantieren.
  • Abwechslung planen: Erstelle einen Wochenplan mit verschiedenen Fleischsorten und Zutaten, um Einseitigkeit zu vermeiden.
  • Frische prüfen: Achte auf Geruch, Farbe und Konsistenz – verdorbenes Fleisch hat im Napf nichts zu suchen.

Fazit: Warum es sich lohnt, Welpen zu barfen

Das Barfen bei Welpen ist mehr als nur eine Ernährungsform – es ist eine bewusste Entscheidung für die Gesundheit, Vitalität und Lebensqualität deines Hundes von Anfang an. Wenn du die Grundlagen verstehst, sorgfältig planst und auf die individuellen Bedürfnisse deines Welpen eingehst, legst du den Grundstein für ein langes, gesundes Hundeleben.

Die Vorteile liegen auf der Hand: natürliche, unverarbeitete Zutaten, volle Kontrolle über die Nährstoffzufuhr, Unterstützung des Immunsystems und eine artgerechte Ernährung, die dem natürlichen Fressverhalten von Hunden entspricht. Gleichzeitig erfordert BARF Verantwortung, Wissen und die Bereitschaft, sich intensiv mit der Ernährung deines Welpen auseinanderzusetzen.

Dein nächster Schritt: Wenn du dich für das Hunde Barfen entscheidest, starte mit den Grundlagen – informiere dich gründlich, beginne mit einfachen Rezepten und hole dir bei Unsicherheiten professionelle Unterstützung. Dein Welpe wird es dir mit Energie, glänzendem Fell und robuster Gesundheit danken.

FAQ: Fragen zum Thema Welpen und Junghunde barfen

Ab welchem Alter kann ich meinen Welpen barfen?

Du kannst bereits ab der fünften Lebenswoche mit BARF-Zufütterung beginnen, während der Welpe noch Muttermilch trinkt. Ab der achten Woche, wenn du den Welpen übernimmst, ist eine vollständige BARF-Ernährung möglich – entweder direkt oder nach einer 14-tägigen Umstellungsphase.

Wie viel Futter braucht mein Welpe täglich?

Welpen benötigen 4–7 % ihres aktuellen Körpergewichts pro Tag, abhängig von Alter, Rasse und Aktivität. Junge Welpen (8–16 Wochen) erhalten etwa 6–7 %, ältere Welpen (ab 6 Monate) etwa 4–5 %. Nutze den Rechner oben für eine genaue Berechnung.

Darf ich meinem Welpen Knochen geben?

Harte Knochen sind für Welpen mit Milchzähnen ungeeignet. Verwende stattdessen weiche Knorpel, sehr weiche fleischige Knochen (z. B. Hühnerhälse) oder Knochenmehl. Ab etwa 6 Monaten, wenn die bleibenden Zähne durchgebrochen sind, kannst du schrittweise festere Knochen einführen.

Wie stelle ich meinen Welpen von Fertigfutter auf BARF um?

Führe die Umstellung schrittweise über etwa 14 Tage durch: Beginne mit 10–20 % BARF und erhöhe den Anteil alle 2–3 Tage, bis du bei 100 % angelangt bist. Beobachte deinen Welpen genau und verlangsame die Umstellung bei Verdauungsproblemen.

Welche Fleischsorten eignen sich speziell für Welpen und Junghunde?

Rindfleisch, Geflügel (Huhn, Pute), Lamm, Kaninchen und Wild sind geeignet. Beginne mit 1–2 Sorten und wechsle wöchentlich. Niemals rohes Schweinefleisch füttern!

Braucht mein Welpe Nahrungsergänzungsmittel?

Bei einer ausgewogenen BARF-Ration mit allen Komponenten (Fleisch, Innereien, Knochen, Gemüse, Öle) sind oft keine zusätzlichen Supplemente nötig. Calcium, Seealgenmehl (Jod) und Öle (Omega-3) sollten jedoch gezielt zugefügt werden. Bei Unsicherheiten konsultiere eine Ernährungsberatung.

Wie erkenne ich, ob mein Welpe richtig versorgt ist?

Achte auf: glänzendes Fell, klare Augen, festen (nicht zu harten) Kot, gute Energie, gleichmäßiges gesundes Wachstum ohne Über- oder Untergewicht. Regelmäßiges Wiegen und Beobachtung sind entscheidend.

Checkliste für den Einstieg:

✅ Informiere dich gründlich über BARF-Grundlagen
✅ Wiege deinen Welpen und berechne die tägliche Futtermenge
✅ Erstelle einen Wochen Futterplan mit verschiedenen Fleischsorten
✅ Besorge Fleisch, Innereien, Knorpel und Gemüse von vertrauenswürdigen Quellen
✅ Portioniere und friere Fleisch in passenden Mengen ein
✅ Beginne mit 1–2 Fleischsorten und führe neue Zutaten schrittweise ein
✅ Dokumentiere Gewicht, Futtermenge und Reaktionen deines Welpen
✅ Hole dir bei Unsicherheiten professionelle Unterstützung (Tierarzt, Ernährungsberatung)

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